In welchen europäischen Länder ist die doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt?

Die Europäische Union bietet Bürgern Vorteile, die wir heutzutage einfach als gegeben annehmen, jedoch noch vor einigen Jahrzehnten in dieser Form nicht möglich waren. So kann ein europäischer Staatsbürger ohne Umstände von einem europäischen Land ins Nächste reisen, ohne jegliche Beschränkungen und auch nur mit seinem Personalausweis. Des Weiteren ist es Europäern möglich, überall in Europa zu arbeiten und den gleichen arbeitsrechtlichen Schutz, wie die Einheimischen zu genießen.

In manchen europäischen Ländern besteht jedoch auch das Recht einer doppelten Staatsbürgerschaft. Dabei handelt es sich, um das Recht die Nationalität zweier Länder zu halten.

Einer der wichtigsten Vorteile einer doppelten Staatsbürgerschaft ist, dass man die Rechte beider Länder in Anspruch nehmen kann. Auf der Kehrseite bedeutet dies natürlich auch, dass man den Pflichten beider Staatsbürgerschaften entgegen kommen muss.

Vor allem für Personen, deren Wohnort nicht derselbe ist mit dem Geburtsort, kann eine doppelte Staatsbürgerschaft durchaus von Interesse sein. Mit dieser ist es diesem Personenkreis zum Beispiel möglich in beiden Ländern, Wohnort und Herkunftsort, an den Wahlen teilnehmen zu können.

Nicht alle Länder Europas bieten die Option der doppelten Staatsbürgerschaft an. Unter den Ländern, die es erlauben, zählen zum Beispiel Griechenland, Irland, Großbritannien oder auch Lettland. Italien, Frankreich oder auch die Niederlande hingegen sagen zum Beispiel, dass die Staatsbürgerschaft aufgegeben werden muss, sofern man sich in einem anderen Land einbürgern lässt.

Trotz der Union-Nationalität und somit der gemeinschaftlichen Regelung steht es jedem Mitgliedstaat frei, selbst hinsichtlich der doppelten Staatsbürgerschaft Vorschriften und Gesetze zu verabschieden. Folgend werfen wir als Beispiel einen Blick auf die Situation der doppelten Staatsbürgerschaft in Deutschland.

Deutschland

Deutschland gehört zu den Ländern, in welchen die Option einer doppelten Staatsbürgerschaft besteht. Traditionell wird es auch von einem großen Anteil der Bevölkerung durchaus in Anspruch genommen, da in Deutschland ein Land mit vielen Ausländern ist, die oft seit Jahrzehnten das Land zu ihrer Heimat gemacht haben. Um in Deutschland dieses Recht in Anspruch zu nehmen, müssen jedoch diverse Bedingungen des Bürgers erfüllt werden.

Zum einen muss eine vorausgesetzte Aufenthaltsdauer des Bürgers oder seiner einzubürgernden Familienmitglieder (Kinder) von acht Jahren erfüllt werden. Ferner muss der Antragsteller ausreichende Deutschkenntnisse vorweisen können und den sogenannten Einbürgerungstest bestehen. Für Personen, deren Elternteile aus verschiedenen Ländern stammen besteht das Recht auf beide Nationalitäten und man muss sich später nicht für eine entscheiden. Auch Kinder, die seit ihrem 8. Lebensjahr in der deutschen Bundesrepublik leben gilt diese Gesetzgebung.

Um den Pass des Heimatlandes nicht aufzugeben, muss der Bürger mit der doppelten Staatsbürgerschaft ferner nachweisen, dass mit der Abgabe seines Passes aus dem Heimatland, ihm unzumutbare Nachteile dort entstehen. Dies ist oft der Fall bei beispielsweise deutschtürkischen Bürger.

Doppelte Staatsbürgerschaften auf anderem Wege

Neben dem Geburtsrecht oder Recht auf die doppelte Staatsbürgerschaft aufgrund der Aufenthaltsdauer in einem Land kann in manchen Ländern deren Nationalität auch durch den Kauf einer Immobilie erworben werden. Dies ist auf dem europäischen Inselstaat Zypern zum Beispiel der Fall.

Generell sollten sich Bürger eines Landes vor der Entscheidung für oder gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft mit den jeweiligen Behörden beider Länder austauschen, um sicherzustellen, dass durch die Naturalisierung der Verlust der ursprünglichen Staatsbürgerschaft nicht erzwungen wird.